Dienstag, 21. April 2009

Velvet Cacoon

Geheimnisse verrät man nicht und dieses Projekt ist ein einziges Geheimnis. Ich empfehle jedem das Internet mal nach Velvet Cacoon zu durchforsten und sich in diesem Geheimnis zu verlieren...





Bald gibt es nach endloser Wartezeit hoffentlich (das sollte man bei VC immer sagen) endlich wieder neue Musik: "Atropine" (eine Doppel-CD mit Ambient) und "P aa Opal Poere Pr. 33" (ein Black Metal Album, welches schon 2006 erscheinen sollte)...




SGL (VC):

"There is a certain allure our band has on people because we appeal to a side of them and most aren't even sure why. They are fascinated with our brand of art, but if you asked them why, they would be dumbfounded. What we appeal to is the desire which dark minds possess for pure soulful art; essentially, as seen from listeners, we serve as whores for them -- muses, virgins, sluts and angels, catering to a desire they are not even fully aware of -- and I believe many hate us for invading that deeply personal area of their thoughts."






Donnerstag, 5. März 2009

Neue Semmeln am musikalischen Büffet #1

Einige neue Alben in meiner Musiksammlung:

PSYKOVSKY - Da Budet (2009)


















Endlich ein neues Psykovsky-Album. Psykovsky steht für höchst komplexen, eher düsteren Psytrance, aber in seiner Vielfalt höchst farbenfroh. Was der Russe hier abliefert ist die absolute Reizüberflutung.



CAN - Ege Bamyasi (1973)



Ein Krautrockklassiker. Ein perfektes Album um in Can einzusteigen (diesen Einstieg habe ich nicht gewählt), da die Stücke trotz Experimentierfreude in sich geschlossen sind. Das Zusammenspiel dieser legendären Truppe ist wirklich bemerkenswert. Sehr rhythmische Musik, bei welcher die einzelnen Elemente wie Zahnräder ineinander greifen, obwohl alles absolut frei klingt. Die letzten Stücke bieten sogar Massentaugliches, war "Spoon" doch sogar in einer Tatort-Folge zu hören.




Talk Talk - Spirit of Eden (1988)



















Warme, höchst emotionale Rock-Musik im Wechsel zwischen Spannung und Entspannung. Es werden sehr viele Instrumente, abseits der üblichen Instrumente Gitarre, Bass, Schlagzeug eingesetzt (Klavier, Mundharmonika, Trompete, Geige) und der Begriff Rock-Musik kann vielleicht auch etwas irreführend sein, da hier viel mit Klangfarben gearbeitet wird und
die Herangehensweise eher klassisch ist. Das Album ist einziger Fluss und sollte am besten am Stück genossen werden.




Studio - West Coast (2007)

Indietronic ist ein Begriff, welcher neuerdings häufiger in der Musikpresse anzutreffen ist. Dazwischen, abseits vom klebrigen Standard, sind auch wohl Studio anzusiedeln, eine Band aus Schweden. Studio vermischen auf ihrem Album "West Coast" verschiedenste Einflüsse: 80er Sounds à la "The Cure", Disco/Elektro, Psychedelic, Reggae, Funk... Das Resultat ist trotz des experimentellen Charakters sehr eingängig. Wären die alternativen Tanzflächen doch nur von solcher Musik erfüllt...


Donnerstag, 26. Februar 2009

Des wilden Bullen alter Morgenstern #2

Er hat eine Behinderung. Er sitzt nicht im Rollstuhl, du voreiliger Affe. Er ist definitiv intelligenter als du. Sein Name ist Sebastian. Wenn du dich nun hinstellst, würde er dir ungefähr bis zur Hüfte gehen. Du, arrogant wie du bist, denkst sicher ihn in irgendeine Schublade stecken zu können, aber so einfach ist das bei ihm nicht. Jeder von uns steckt sich sogar selbst in irgendeine Schublade, doch bei ihm ist das ganz anders. Er ist nämlich ein Esel. Und nun erzähl mir mal aus welchem Holz du geschnitzt bist? Schnauze!!! Schnauze, Mann!!!! Es gibt Wälder, die du nicht kennst. Na ja, aber du willst die Geschichte sicher hören. Du hältst ja recht gehorsam deine Fresse. Die Geschichte geht also über diesen kleinen Esel. Einmal wäre er fast ertrunken. Und dabei trinkt er recht viel. Nicht so wie du. Jetzt bist du selbst ein verdammter Esel. Er trinkt etwas. Schau wie er trinkt. Ach du kannst ja nicht schauen. Du musst ja hören, arm wie du bist. Na ja, der Esel wäre also beinah ertrunken, dabei ist er eigentlich viel mehr ein Bulle als ein Esel und kein ruhiger. Er ist sehr wild. Nicht ein Bulle in herkömmlichen Sinne sondern ein Minotaurus. Hast du Hörner du kleiner Wicht? Von Hörnern handelt diese Geschichte. Und diese Geschichte handelt, tut mir Leid... Diese Geschichte handelt von dir! Also, es geht immer noch um den Esel. Und diese Geschichte, sie geht nicht nur über dich. Nein! Sie geht immer noch um den Esel. Und dieser Esel bist du. Und ja, dieser Esel wäre beinah ertrunken. Ertrunken nur weil er eine Waffe in seinen Händen hielt. Es war ein Morgenstern. Er hatte einen Kampf mit einem anderen Minotaurus, bei welchem es um das Prinzip ging. Um das Prinzip und nichts weiter. Doch das Prinzip ist manchmal wichtiger als man denkt und deswegen kämpfte er mit einem Morgenstern. Im Wasser kämpfte er. Das Wasser war sehr tief und deswegen ertrank er fast, weil der Morgenstern ihn hinab zog. Denke nicht über die Tiefe nach. Die Tiefe gehört dir. Und wenn du dich jemals über ein Geschenk gefreut hast, dann weißt du wie tief sie ist. Wirkliche Geschenke werden nicht geschenkt, sondern genommen. Bei wirklichen Geschenken nimmt der Schenker und auch der Beschenkte. Schänken wir uns also noch ein Glass von diesem Kampf ein. Eigentlich wird einem jeden Tag ein solcher Kampf geschenkt. Nur die meisten Leute werden halt nicht gerne in den Bauch geboxt. Dabei ist in so einer Box viel Platz, obwohl gute Geschenke nicht unbedingt viel Platz benötigen. Den Platz, den wir Tag für Tag als persönlichen Raum beanspruchen, muss man in einem Kampf ignorieren. Das kann so sein wie es will und am Ende läuft es doch darauf hinaus, dass es so kommen wird, wie es sowieso geworden wäre. Der erste Schlag hat die größte Bedeutung, in ihm steht die Kausalität geschrieben, die unseren Gott darstellt und selbst dem Wort, welches sie beschreibt, keine Bedeutung lassen will und schon gar nicht dem ersten Schlag, den es nie gab. Grausam ist die Kausalität, ihr ist kein Adjektiv zuzuordnen. Aber da gibt es so ein Wörterbuch, von Menschenhand geschrieben, wo versucht wurde viele Adjektive zu finden, obwohl es doch, wenn es überhaupt eins geben würde, keine Geschwister hätte. Keinen Gegenspieler, keine Vergrößerungs- und Verkleinerungsformen und sowieso schon mal keine Verben die einen Bezug komplett machen würden. Verben, sinnlos. Adjektive, quatsch. Heil den Nomen. Nicht Normen. Hör auf Normen. Hör auf damit. Normen du Esel, Normen du Minotaurus. Heißt du überhaupt Normen? Oder ist das nur dein Spitzname, welcher erklärt, dass du verformt, genormt wurdest? Ein Name ist auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Der Tropfen ist der Sinn und der Stein die Realität, das Chaos. Gefahr, Gefahr weiche aus. Nun weiche doch aus. Nein, nein, nein. Er hat dich getroffen mit voller Wucht. Nun liegst du auf dem Grund und erstickst an deinem eigenen Blut. Applaus, Applaus. Danke, das reicht! Du bist nun von der Bildfläche verschwunden und keiner trägt dein Wort mit sich rum. Es gibt nur noch Interpretationen. Der Wind spielt mit deinen verwesten Hautfetzen, das ist das Leben nach dem Tod. Dein Fleisch verwest, wird fahl und gibt den Insekten Nahrung. Wie die 5 Minuten im Rampenlicht war dein Leben, nur dass viel mehr Menschen auch außerhalb der Werbepause auf die Toilette gehen. Nur einer bleibt immer gespannt sitzen: das bist du. Wäre dein Kopf doch nur der Stein gewesen der dich traf. Dass dem nicht so ist, belegt doch nur, dass wir doch nicht alle Eins sind. Aber das ist egal, weil sich bei dir nichts mehr dreht. Wie ein Stein bleibst du auch nur an einer Stelle und sitzt immer zwischen den Stühlen, wo dich niemand sieht. Bleib doch einfach sitzen. Doch mit dem Leben ist es wie mit der Reise nach Jerusalem. Die Stühle, auf denen es zu sitzen gilt, haben die dumme Eigenschaft nicht mehr zu werden. Nein sie werden verrückt. Verrückt wie ein Bär, der auf der heißen Scheibe tanzt. Dieser verrückt sich selbst, indem er tanzt, von links nach rechts. Und da sind auch Löcher, welche die dumme Eigenschaft haben plötzlich aufzutauchen und einen Bärenhunger zu haben. Über die Löcher und das Verbleiben der Bären soll kein Wort gesagt werden, aber über die Leere, die bleibt, wenn der Bär verschwunden ist, wollen wir hier ausgiebig reden...
(sig.: Frank und Herr Mondfeuer)